Gänsehaltung im reinen Wohngebiet nicht zulässig

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Rechtsanwalt Fachanwalt VerwaltungsrechtDas VG Köln hat am 01.07.2015 entschieden, dass auf einem Grundstück in einem reinen Wohngebiet die Haltung von Gänsen generell nicht zulässig ist.

Die Kläger, ein Ehepaar aus Pulheim-Stommeln, halten auf ihrem rund 1.000 qm großen Grundstück seit vielen Jahren immer wieder unterschiedliche Kleintiere. Aufgrund von Nachbarbeschwerden gab die Stadt Pulheim ihnen auf, ihre zwei Gänse von dem Grundstück zu entfernen, da es nicht zulässig sei, Gänse in einem reinen Wohngebiet zu halten. Die Kläger machten demgegenüber geltend, die Tiere würden nachts in einem Stall gehalten, so dass zur Nachtzeit von ihnen kein Lärm ausgehe. Zudem passten Gänse zum ländlichen Charakter von Stommeln.

Das VG Köln hat die Klage abgewiesen.

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts ist die Ordnungsverfügung der Stadt Pulheim zur Entfernung der Gänse vom Grundstück rechtmäßig. In einem reinen Wohngebiet seien neben dem Wohnen nur solche Nutzungen zulässig, die typischerweise mit dem Wohnen verbunden seien und das Wohnen nicht wesentlich störten. Daher sei eine Kleintierhaltung zwar nicht generell ausgeschlossen. Allerdings könnten nur solche Tiere gehalten werden, die regelmäßig in Wohngebieten anzutreffen seien; damit müssten die übrigen Bewohner des Gebiets auch rechnen. Dies sei bei Gänsen – anders als etwa bei Hunden, Katzen oder Kaninchen – jedoch nicht der Fall. Zudem sei davon auszugehen, dass Gänse als besonders schreckhafte Tiere die Wohnruhe stören könnten und daher im reinen Wohngebiet generell nicht zulässig seien.

VG Köln, Urt. v. 01.07.2015 - 23 K 42/14 (nicht rechtskräftig)

Pressemitteilung des VG Köln v. 01.07.2015